Mehrgenerationenwohnen früher


ist für die meisten Menschen bis zum Beginn der Industrialisierung die normalste Lebensform gewesen. Haus, Hof, Handwerksbetrieb und Mann, Frau, Jung und Alt, jeder hatte seinen Platz und seine Aufgabe mit dem Ziel, den Hof oder Betrieb zu erhalten. Wohnen, Leben, Arbeiten wurde als Einheit an einem Ort mit Familie und Nachbarn gemeinsam erlebt. Das war jedoch keineswegs freiwillig, denn in dieser Notgemeinschaft waren alle aufeinander angewiesen.

Heute aber leben die meisten Menschen in Kleinfamilien oder alleine. Berufstätigkeit außer Haus ist der Normalfall. Berufstätige junge Eltern müssen dahin umziehen, wo es Arbeitsplätze für sie gibt. Großeltern sind selbst noch im Beruf oder bleiben in ihrer vertrauten Umgebung, in der sie Freunde und Bekannte haben. Die verschiedenen Generationen in Familien leben häufig in unterschiedlichen Orten.

Hinzu kommt, dass es immer weniger Kinder gibt, so dass sich Jung und Alt selten im Alltag selbstverständlich begegnen. Der Umgang zwischen der jüngeren und älteren Generation ist mehr und mehr ungewohnt.

Mehrgenerationenwohnen heute bietet Räume für Begegnung und ermöglicht im nachbar-schaftlichen Alltag Begegnungen und Austausch, was heute nicht mehr so selbstverständlich geschieht. Diese alltäglichen Kontakte machen es dann im Ernstfall für Jung & Alt leichter, sich gegenseitig besser zu verstehen und im Ernstfall Hilfe anzubieten oder um Hilfe zu bitten.

Dem Stifterehepaar Johanna und Udo Kunz war es ein Anliegen, dem Leben von Jung und Alt im Alltag – ähnlich wie sie es in ihren Kindertagen erfahren haben – einen Lebensraum als Nachbarn unter einem Dach in ihrem Dorf Hauingen, heute ein Stadtteil Lörrachs, zu geben.

2001 konnten die  „Lebensräume für Jung und Alt“ der Stiftung Udo & Johanna Kunz in Zusammenarbeit mit der Wohnbau Lörrach in der Wohnanlage "Siegmeer" ins Leben gerufen werden.

Die Wohnbau Lörrach hat die Wohnanlage mit 41 Wohnungen erstellt, in der zurzeit ca. 75 Menschen von 3 – 85 Jahren leben.

Jung und Alt